Privatkunden: Haushaltsstrom
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Preiskomponenten

Strompreisentwicklung 2017

Der größte Teil einer Stromrechnung entfällt auf Steuern, Umlagen und Netznutzungsentgelte. Zu Beginn des Jahres 2017 ändert sich die Höhe der Komponenten, die in Ihrem Strompreis enthalten sind. Auf die Höhe dieser Umlagen haben wir als Energieversorger keinen Einfluss.


Nachfolgend bieten wir Ihnen, ergänzend zu Ihrer Preisinformation, eine Übersicht der wichtigsten Preiskomponenten. Besonders verweisen möchten wir dabei auf die Netznutzungsentgelte und die EEG-Umlage, da es hier die größten Veränderungen gab.

Netznutzungsentgelt (NNE)

Für die Durchleitung der Energie zum Endkunden erheben die jeweiligen Verteilnetzbetreiber das Netznutzungsentgelt (NNE). Das Entgelt wird bei einem all-inklusiv Vertrag vom Stromlieferanten beglichen und dem Endverbraucher weiterbelastet. In einem Zweivertragsmodell werden die Netznutzungsentgelte direkt zwischen dem jeweiligen Netzbetreiber und dem Endkunden abgerechnet.

Die Höhe der Entgelte können Netzbetreiber nicht willkürlich bestimmen. Die Kalkulation der Netznutzungsentgelte folgt einer Vorschrift auf Basis der Netzentgeltverordnung (StromNEV) und wird von der Bundesnetzagentur (bzw. bei kleineren Netzbetreibern den Landesbehörden) genehmigt und kontrolliert. Die Entgelte werden für den Auf- und Ausbau und die Instandsetzung und den Betrieb des Stromnetzes verwendet.
Die NNE können regional stark schwanken.

In den NNE der Verteilnetzbetreiber sind auch die NNE der Übertragungsnetzbetreiber enthalten („gewälzt“). Die Integration der Erneuerbaren Energien und der damit verbundene Netzausbau und Regelbedarf hat dazu geführt, dass gerade die Netznutzungsentgelte von zwei der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO und 50Hertz - und somit über die Wälzung dann auch die Netznutzungsentgelte von ca. der Hälfte aller Verteilnetzbetreibern - stark gestiegen sind.
Der Anteil der Netzkosten am Strompreis beträgt circa 23 Prozent.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Spiegel.de TenneT und 50Hertz erhöhen Netzentgelte

Umlage nach EEG (Erneuerbare Energien)

Die staatliche EEG-Umlage fördert und finanziert den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Erzeuger erneuerbarer Energie erhalten entsprechend dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), für die ins öffentliche Netz eingespeiste Energie eine bestimmte Vergütung.
Aus der Differenz zwischen der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung und den im Gegenzug erzielten Erlösen an der Strombörse ergibt sich die Höhe der EEG-Umlage.
Für das Jahr 2017 steigt die EEG-Umlage von 6,354 Cent/kWh um 0,526 Cent/kWh auf 6,880 Cent/kWh netto. Damit ist allein dieser „Aufschlag“ je Kilowattstunde jetzt ungefähr doppelt so hoch wie die Basis (Strombeschaffungspreis).

Mit der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) wird die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Photovoltaik, Wasserkraft und Windenergie, staatlich gefördert.

Weitere Informationen und die aktuelle Höhe der Umlage erhalten Sie u.a. unter:
Netztransparenz.de Umlage EEG

Entgelte für Messstellenbetrieb, Abrechnung und Messung

Die Kosten für den Einbau, den Betrieb, die Wartung und die Abrechnung einer Messstelleneinrichtung werden durch den Messstellenbetreiber, der meist mit dem Netzbetreiber identisch ist, festgelegt und dem Verbraucher über dessen Lieferant in Rechnung gestellt. Diese Kosten variieren je Messstellenbetreiber, Zählertyp und Ableseturnus.

Stromsteuer

Die Stromsteuer ist eine durch das Stromsteuergesetz geregelte Steuer auf den Energieverbrauch. Die Stromsteuer wird dem Letztverbraucher vom Lieferanten in Rechnung gestellt und an die Bundeszollverwaltung abgeführt. Die Stromsteuer soll Anreize zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Entwicklung energieeffizienter Produkte schaffen. Die Stromsteuer beträgt seit 2003 2,05 ct/kWh. Eigenerzeugter und verbrauchter Strom aus erneuerbaren Energien, ist von der Stromsteuer befreit.

Konzessionsabgaben (KA)

Die Konzessionsabgabe an Städte und Gemeinden richtet sich nach der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) und den Konzessionsverträgen zwischen den Kommunen und dem Netzbetreiber. Konzessionsabgaben sind Entgelte an die Kommunen für die Nutzung kommunaler Flächen und Verkehrswege, um Versorgungsleitungen zu verlegen und zu betreiben.

Die maximal zulässige Höhe der Konzessionsabgabe ist abhängig von der Einwohnerzahl - je mehr Einwohner, desto höher der Maximalbetrag, der ab 500.000 Einwohnern bei 2,39 Cent je Kilowattstunde liegt.

Umlage für abschaltbare Lasten (AbLaV)

Im Sinne der Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (AbLaV) werden Großverbraucher für die Bereitschaft vergütet, sich in kritischen Situationen abschalten zu lassen. Die Umlage für abschaltbare Lasten beträgt 2017 für jede kWh/a 0,006 Cent /kWh.

Umlage nach KWKG

Diese Umlage fördert Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). In diesen Anlagen werden gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt, wodurch Brennstoffe effektiver genutzt werden.

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) wird derzeit vom Gesetzgeber überarbeitet, da selbst diese effektivste Art der „verbrennenden“ Stromerzeugung nicht den Klimazielen der Bundesregierung genügt.

Ab 01.01.2017 beträgt die Höhe des KWK-Zuschlages 0,438 Cent/kWh.

Umlage Offshore-Haftung (EnWG §17)

Die Offshore-Haftungsumlage wurde zum 1. Januar 2013 eingeführt. Sie deckt eventuell anfallende Entschädigungszahlungen ab, die Windparkbetreiber bei verzögerten oder gestörten Anschlüssen gegen den zuständigen Netzbetreiber haben. Die Politik hat beschlossen, dass das nicht zumutbar ist und die individuelle Haftung der Übertragungsnetzbetreiber begrenzt. Darüberhinausgehende berechtigte Haftungsansprüche werden seit 2013 über diese Umlage auf alle Verbraucher gewälzt.

Weitere Informationen und die aktuelle Höhe der Umlage erhalten Sie u.a. unter:
Netztransparenz.de Umlage EnWG

Umlage nach § 19 (StromNEV)

Stromintensive Industriebetriebe zahlen seit dem 1. Januar 2012 geringere Netzentgelte. Zur Finanzierung wurde die Umlage nach §19 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) eingeführt. Diese Verordnung führt dazu, dass kleine Letztverbraucher die Netzentgeltermäßigungen/-befreiungen von Großkunden finanzieren. Die alte Regelung ist zu Recht als Subvention aufgehoben worden. Statt diese Umlage aber komplett zu streichen, wurde sie rückwirkend repariert.

Weitere Informationen und die aktuelle Höhe der Umlage erhalten Sie u.a. unter:
Netztransparenz.de Umlage StromNEV

Zu guter Letzt noch 19% Umsatzsteuer

Alle oben genannten Komponenten gehen in die voll umsatzsteuerpflichtige Stromlieferung ein. Somit gibt es bis jetzt zusätzlich zu den Netzentgelten 8 Steuern oder Abgaben auf Strom. Zusammen mit den regionalen Netznutzungsentgelten machen diese ca. 75% des Bruttoendpreises aus.

Übersicht - langfristige Entwicklung

Jahr EEG KWK Sonder-kunden A OHU A AbLaV KA HT StrSt MwSt Summe mit KA HT = 1,85
2010 2,047 0,130 0,000 0,000 0,000 1,32-2,39 2,05 19% 7,23
2011 3,530 0,030 0,000 0,000 0,000 1,32-2,39 2,05 19% 8,88
2012 3,592 0,002 0,151 0,000 0,000 1,32-2,39 2,05 19% 9,10
2013 5,277 0,126 0,329 0,250 0,000 1,32-2,39 2,05 19% 11,76
2014 6,240 0,178 0,092 0,250 0,009 1,32-2,39 2,05 19% 12,70
2015 6,170 0,254 0,237 -0,051 0,006 1,32-2,39 2,05 19% 12,51
2016 6,354 0,445 0,378 0,040 0,000 1,32-2,39 2,05 19% 13,23
2017 6,880 0,438 0,388 -0,028 0,006 1,32-2,39 2,05 19% 13,78

Abgabenhöhe in Ct/kWh für Haushalte (Kleinverbraucher) unter 100.000 kWh Jahresverbrauch